Beschreibung
Der intensiv schmeckende Kümmel hat viele Namen, wie z.B. Kreuzkümmel, Brotkümmel, Feldkümmel, Chümi, Kämen, Karbei, Garbe, Köm. Da er in Wiesen bis nach Norwegen wild wächst, wird er auch Wiesenkümmel genannt. Dieses „Urgewürz“ kommt auch in Persien, der Türkei und in Nordafrika vor.
Aussaat, Anzucht und Anbau
Die Vorzucht in Aussaatschalen kann schon im März bis April beginnen. Kümmel ist absolut frosttolerant und kann bis August ausgesät werden. Die Kümmelpflanzen werden an einen Platz gepflanzt, an dem sie bis in das folgende Jahr im August stehen bleiben können.
Ihre 1,50 m tiefe Wurzel lockert im Untergrund den Boden auf und erschließt sich dort Nährstoffe, an die flacher wurzelnde Pflanzen nicht so leicht herangelangen.
Im ersten Jahr bildet sich eine satt grüne, fein gefiederte Blattrosette, die etwas an eine Wilde Möhre erinnert.
Nach dem Winter schieben sich aus der Kümmelpflanze die 1 m hoch werdenden, weiß blühenden Dolden. Wildbienen, Fliegen und Käfer werden von den Blütendolden angelockt.
Die in Paaren aneinander hängenden, gerippten, sichelförmigen Samen reifen von Juli bis August im zweiten Jahr auf der von Mai bis Juni weiß blühenden Dolde. Durch die ausgereift abfallenden Körner sät sich Kümmel auch sehr gerne von selbst aus.
Ernte und Lagerung
Sobald die Samen braun geworden sind, werden die ganzen Samenträger abgeschnitten und nachgetrocknet. Mit den Händen können die Kümmelkörner später abgerubbelt werden. Die Stöckchen lassen sich mit einem groben Sieb absieben. Gut getrocknet, lagert der Kümmel in Gewürzgläsern oder Stoffsäckchen mehrere Jahre.
Verarbeitung und Verwendung
Die Blüten und die feinen Blätter können zum Würzen von Salaten und anderen Gerichten verwendet werden.
In der Pflanzenheilkunde werden Kümmelsamen zur Förderung der Verdauung und gegen Blähungen eingesetzt. Kümmelöl kann von außen auf den Bauch gerieben werden. Kümmeltee wird oft mit Anis und Fenchelsamen gemischt. Dafür werden die drei Zutaten in einem Mörser zerstoßen und dann mit heißem Wasser übergossen.
Typisch werden die Kümmelkörner auch zu Brot, Quark, Harzer Roller oder Limburger Käse dazugegeben. Beim Einsäuern von Sauerkraut wird er gleich mit dem Salz in den Gärtopf gestreut.
Anrösten intensiviert das Aroma von Kümmelkörnern.
Wissenswertes
Kümmel ist reich an ätherischen Ölen, die den Samen einen leicht beißenden Geschmack geben.
Die Kümmelpflanze bietet den Schwalbenschwanzraupen eine gute Nahrungsquelle.
Anbaudaten
| Voranzucht: | März-Mai |
|---|---|
| Pflanzabstand: | 40x40 |
| Saattiefe: | ca. 0,5 cm |
| Blüte: | im zweiten Jahr |
| Ernte: | Juli |
| Inhalt reicht für: | ca. 100 Pfl. |
