Anbautipps für Kürbis
In diesem Text ist die Rede von der Gattung Curcurbita, die sich botanisch im Wesentlichen in drei Arten (in die auch unser Sortiment unterteilt ist) gliedert. Da sich der Anbau der verschiedenen Arten nicht wesentlich unterscheidet, werden sie im folgenden alle unter „Kürbis“ zusammengefasst. Auf die Unterteilung wird weiter unten eingegangen.
Kürbis anbauen
Der richtige Standort für Kürbis
Kürbisse brauchen in der Regel viel Platz – die große Mehrheit der von uns angebotenen Sorten benötigt mindestens 1 m² Pflanzabstand, viele auch mehr. Kürbisse zählen zu den Starkzehrern, d.h. sie benötigen viele Nährstoffe. Das Beet sollte entsprechend durch die Zugabe von Kompost oder verrottetem Mist vorbereitet sein. Und auch auf dem Komposthaufen wachsen Kürbisse prächtig!
Kürbis aussäen und anziehen
Kürbis kann im April an einem idealerweise ca. 20 °C gleichmäßig warmen, hellen Platz vorgezogen werden. Die Vorzucht sollte mäßig feucht, jedoch keinesfalls nass sein! Unter zu kühlen oder zu nassen Bedingungen neigen die Samen zum Gammeln. Schon die kleinen Kürbispflanzen benötigen viel Platz und Nährstoffe, die Anzucht in 10er Töpfen unter Zugabe von etwas Kompost ist von Vorteil.
Kürbispflanzen sind wärmeliebend und frostempfindlich, daher müssen sie nach der kuscheligen Anzucht abgehärtet werden, bevor sie ab Mitte Mai bzw. nach den letzten Spätfrösten ins Freie gepflanzt werden. Hierbei unbedingt die Pflanzabstände der jeweiligen Sorte beachten und nicht zu eng pflanzen.
Alternativ ist Mitte Mai auch eine Direktsaat im Freiland gut möglich: Bei zwei Samen pro Pflanzstelle können dann überschüssig aufgelaufene Pflänzchen noch in die Lücken gepflanzt werden.
Weitere Pflege
Kürbisse können ein enges Blätterdach dicht über dem Boden bilden. Bevor dies geschieht, gilt es zu überlegen, wie der Bestand von unerwünschten Beikräutern sauber gehalten wird. Eine wirksame Methode ist, direkt nach dem Pflanzen eine mehrere Zentimeter dicke Mulchschicht (z.B. Rasenschnitt) aufzubringen, die viele Beikräuter unterdrückt und den Boden schön feucht hält. In schneckenreichen Jahren und Gärten ist dies allerdings nicht unbedingt zu empfehlen – da heißt es: Schnecken sammeln und Handhacke. Da Kürbispflanzen schnell wachsen, machen die Blätter bald „dicht“ und unterdrücken andere Kräuter.
Kürbis ernten und lagern
Kürbisse werden im Herbst geerntet, und zwar vor den ersten kalten Nächten, bestenfalls bevor die Temperatur unter 5 °C fällt. Frost vertragen sie gar nicht – erfrorene Kürbisfrüchte werden matschig und gammeln. Falls das Laub im Herbst noch gesund ist, kann es die Früchte einmalig vor leichtem Nachtfrost schützen, aber nach der ersten Frostnacht muss geerntet werden.
Die Reife der Kürbisse ist bei vielen Sorten an Rissen in den trockenen Kürbisstielen zu erkennen. Auch die sortentypische Farbe der Früchte zeigt sich in der Reife. Zur Einlagerung muss bei der Ernte der Stiel an der Frucht bleiben und die Früchte müssen abgetrocknet sein. So sind die meisten Sorten bei Zimmertemperatur mehrere Monate lagerfähig.
Kürbis verarbeiten und verwenden
Kürbis kann gedünstet, gebraten, überbacken, zu Suppen gekocht und jung (also unausgereift) zu Salat verarbeitet oder wie Zucchini gekocht werden. Besonders aus den ausgereiften Früchten können süße Pasten oder Chutneys hergestellt werden.
Wissenswertes
Seit vielen Jahrhunderten wird Kürbis von den Maya in Mittelamerika in einem ausgetüftelten Mischkultursystem mit Bohnen und Mais angebaut. Hierbei binden die Bohnen Stickstoff im Boden für Mais und Kürbis, der Mais dient den Bohnen als Rankgerüst, und der Kürbis bedeckt mit seinen Blättern den Boden und bewahrt ihn auf diese Weise vor Erosion und Austrocknung.
Die Sorten dieses auch als „Drei Schwestern“ bekannten Systems müssen jedoch gut aufeinander abgestimmt sein, damit Wüchsigkeit und Erntezeitpunkte zueinander passen. In unseren Breiten passen Polenta- bzw. Popkornmaissorten besser in dieses System als Zuckermais, da letzterer zu früh reif wird und wir bei der Ernte der Maiskolben die Kürbisblätter beschädigen würden.
Unser Sortiment
Die drei Arten der Gattung Cucurbita lassen sich an ihrem Stielansatz unterscheiden: C. maxima-Sorten haben einen runden, korkigen Stiel, welcher sich zur Frucht hin verbreitert. Der Fruchtstiel von C. pepo-Sorten ist hart und eckig, tief gefurcht und nur selten zum Stielansatz hin verbreitert. Die Fruchtstiele von C. moschata sind ebenfalls hart, haben aber abgerundete Kanten. Die Stiele verbreitern sich zum Ansatz hin deutlich und bilden dort kleine Wülste. Im folgenden werden die verschieden Gattungen und ihre Verwendung kurz beschrieben.
Riesenkürbisse: Cucurbita maxima
Da die Unterteilung der Kürbisse botanisch und nicht optisch erfolgt, sind nicht alle Riesenkürbisse tatsächlich auch riesig! Viele der kleineren Sorten dieser Kategorie sind im Geschmack nussiger als die „Riesen“. In der Regel zerfällt die Schale von C. maxima-Sorten beim Garen oder wird zumindest weich, was sie besonders geeignet für die schnelle Küche macht. Zunehmende Reife und Lagerung intensivieren das Aroma.
Gartenkürbisse (Sommer- und Winterkürbisse): Cucurbita pepo
Die Pepo-Kürbisse teilen sich in unserem Sortiment aufgrund ihrer Hauptnutzung in meist jung (d.h. unausgereift) gegessene Sommer- und ausgereift verwendete Winterkürbisse ein (die jeweils andere Nutzung ist aber immer auch möglich).
Sommerkürbisse werden wie Zucchini zubereitet. Die von uns angebotenen UFO-Kürbisse (Pâtissons) sind alle nicht rankend und haben diskusförmige, 1 bis 2 kg schwere Früchte mit hellem, zartem Fruchtfleisch. Die ausgereiften Früchte mit der dann harten Schale sind als Deko beliebt.
Im Gegensatz dazu werden Winterkürbisse ausgereift geerntet. Die Früchte haben dann meist eine sehr harte, nicht essbare Schale und sind lange lagerfähig. Sie werden entweder geschält verwendet oder aber im Ganzen – bzw. in große Stücke geschnitten – gegart und dann ausgelöffelt.
Achtung! Pepo-Sorten sind von der selben Art wie Zucchini und Zierkürbisse und können mit diesen verkreuzen. Im Falle der Zucchini wäre dies unbedenklich. Die durch Kreuzungen mit Zierkürbissen entstehenden Samen jedoch sind für Menschen giftig. Da beim Ölkürbis die Samen verzehrt werden, muss hier besonders darauf geachtet werden, Verkreuzungen zu vermeiden. Und bei allen Pepo-Kürbissen gilt: Im Nachbau würden die durch Kreuzungen mit Zierkürbissen entstandenen Samen bittere, giftige Früchte bringen. Bittere Kürbisse dürfen nicht verzehrt werden!
Moschus- und Muskatkürbis: Cucurbita moschata
Moschata-Sorten sind etwas wärmebedürftiger als die vorherigen Arten. Die meisten Sorten haben ein süßes, zartes Fruchtfleisch. Auch sie können jung wie Zucchini gegessen werden – doch erst ausgereift kommt ihr Geschmack besonders gut zur Geltung. Die Schale von Moschuskürbissen wird beim Kochen weich. Ausgereift sind sie sehr gut lagerfähig.
Passendes Saatgut finden Sie hier:
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