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Bio-Saatgut

Anbautipps für Gartenmelde

Die einjährige Gartenmelde ist ein sehr anspruchloser und unkompliziert zu kultivierender Ersatz für Spinat. Anders als bei diesem liegt der Zeitraum der Nutzung im späten Frühjahr und im Sommer, bei späterer Saat bis in den Herbst. Anbau und Verwendung von Gartenmelde war in früheren Zeiten gebräuchlicher als heute. Aus dieser Zeit stammen auch die weiteren Bezeichnungen ‚Spanischer Spinat‘ und ‚Spanischer Salat‘.

Gartenmelde anbauen

Aufgrund ihrer geringen Ansprüche an Standort und Boden gelingt der Anbau von Gartenmelden meist problemlos. Humose Gartenböden mit guter Wasserversorgung oder regelmäßiges Gießen bei Trockenheit vergrößern jedoch den Ertrag an zarter Blattmasse und verhindern eine frühzeitige Blütenbildung.

Gartenmelde aussäen und anziehen

Die einjährige Gartenmelde kann zwar auch aus Voranzucht gepflanzt werden, üblich ist jedoch die direkte Saat ins Freiland. Diese erfolgt ca. 1 cm tief mit Reihenabständen von ca. 30 cm und ist ab März möglich. Eine längere Ernteperiode kann zudem durch satzweisen Anbau erreicht werden. Aussaat und Anbau in Balkonkästen sowie in Gewächshäusern sind ebenfalls möglich, verlangen dort jedoch sehr regelmäßige Wassergaben.

Gartenmelde ernten und lagern

Wird Gartenmelde reihenweise direkt gesät, kann die Ernte schon wenige Wochen nach dem Auflaufen durch Entnahme überzähliger Pflänzchen erfolgen, bis ein Standraum von etwa 6 cm in der Reihe besteht. Sind die Melden etwa 20 cm hoch gewachsen, wird etwa jede zweite Pflanze komplett geerntet und von den verbleibenden Pflanzen die obersten Spitzen. Von den dadurch verzweigten Pflanzen können nun laufend zarte Teile der Haupttriebe sowie einzelne Blätter bis in eine Höhe von 60 cm gepflückt werden. Regelmäßiges Beernten der Pflanzen regt Verzweigung und Neuaustrieb an und ermöglicht viele weitere Ernten.

Sobald die Gartenmelde dann in die Blütenbildung geht, werden die Blätter deutlich herber und bitterer.

Gartenmelde verarbeiten und verwenden

Geschnittene Gartenmelde sollte frisch verzehrt werden, da sie schnell zu welken beginnt. Überschüsse können jedoch blanchiert eingefroren werden. Verwendung finden alle Blätter bis zur einsetzenden Blütenbildung, sowie die jungen und noch zarten Triebe und Spitzen.

Klassisch wird Gartenmelde gekocht wie Spinat zubereitet. Je nach Belieben kann die Melde dabei pur oder gemischt mit den Blättern anderer Arten wie Brennessel oder Giersch genutzt werden.

Auch als Zugabe roh zu Salaten oder in Suppen gekocht lässt sie sich verwerten.

Ein besonderer Tipp ist die Verwendung großer Einzelblätter gefüllt mit Reis- oder Käsezubereitungen, wie dies mit Weinblättern bekannt ist.

Wissenswertes

Gartenmelde enthält zwar Oxalsäure, jedoch weniger als Spinat. Bemerkenswert ist ihr sehr hoher Gehalt an Vitamin C.

Die vermutlich aus Südosteuropa und Vorderasien stammende Gartenmelde wurde in Mitteleuropa durch die Römer verbreitet.

An wenigen Stellen findet sie sich heute als verwilderte und eingebürgerte Pflanze. Im Garten ist dies ebenfalls möglich: Lässt man wenige Pflanzen blühen und reifen, so etabliert sich Gartenmelde leicht als nutzbare „Wildpflanze“. Dann können junge Gartenmelde-Pflanzen dort, wo sie stören, sofort geerntet und gegessen werden.

An anderen Stellen kann das eine oder andere Exemplar wieder fruchten, zumal nicht beerntete Pflanzen vor allem der bunten Sorten zu stattlichen, teils bis zu 2 m hohen Hinguckern im Garten gedeihen können.

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(Jan. bis Okt. Mittwoch 18-20 Uhr)