Anbautipps für Kohlrabi
Bei Kohlrabi steht nicht das Laub im Vordergrund der menschlichen Ernährung, wie zum Beispiel bei Blatt- und Kopfkohl. Auch nicht die Blume, wie bei Brokkoli oder Blumenkohl. Sondern die Strunk- bzw. Sprossverdickung, auch Knolle genannt. Diese lässt sich nach dem Schälen vielfältig in der Küche verwenden. Es gibt Früh- und Lagersorten mit fließenden Übergängen. Daher ist die Versorgung mit Kohlrabi bei guten Bedingungen ganzjährlich möglich.
Kohlrabi anbauen
Kohlrabi ist gut geeignet für Neulinge im Gemüsegarten, und frühe Sorten bilden schnelle Erträge. Der bei diesen zu empfehlende satzweise Anbau und die Aussaat bei manchen Lagersorten erfordert jedoch ein gewisses Maß an Timing.
Viele Kohlrabi vertragen leichten Frost, bei der Jungpflanzenanzucht sollte aber auf die Temperatur geachtet werden (s.u.).
Grundsätzlich ist eine gründliche Bodenvorbereitung wichtig, um gesunde Pflanzen zu erhalten und gute Erträge zu erzielen. Kohlrabi liebt – wie andere Kohlgemüse auch – einen tief gelockerten Boden. Allerdings liebt er keine direkte organische Düngung wie jene: Er sollte in zweiter Tracht stehen (also nach einer gut mit Mist oder Kompost versorgten Kultur im Vorjahr).
Zudem ist eine gleichmäßige und ausreichende Wasserversorgung von großer Bedeutung. Kohlrabi wächst auch im Halbschatten.
Kohlrabi aussäen und anziehen
Kohlrabi werden am besten vorgezogen, die Temperatur sollte nach der Aussaat zwischen 16 und 20 °C liegen und bis zur vollen Ausbildung der Keimblätter nicht unter 16 °C sinken. Sonst besteht die Gefahr, herzlose Pflanzen zu erzeugen, die keine Knolle bilden können. Frühe Sätze (die Aussaat kann schon im Februar beginnen) brauchen also warme Räume, z.B. beheizte Wintergärten, Fensterbänke im Wohnraum oder warme Frühbeetkästen, in denen auch nachts die Temperatur nicht zu stark absinkt. Selbst bei Sommersaaten, die draußen vorgezogen werden können, ist es oft sinnvoll, sie nachts ins Haus zu stellen.
Lagerkohlrabi können ebenfalls früh gezogen und im Laufe des Sommers bis zum Herbst geerntet werden. Zum Einlagern bietet sich jedoch eine spätere Aussaat an (etwa Mitte Mai bis Mitte Juni). Da in heißen und trockenen Phasen Erdflöhe den Kohlgewächsen sehr stark zusetzen können, empfiehlt es sich v.a. bei den Sommersätzen, auch die Jungpflanzen mit Kulturschutznetz oder Vlies zu schützen.
Weitere Pflege
Sehr frühe Aussaaten gelingen auch im Gewächshaus, der Anbau unter Vlies ist ebenfalls im zeitigen Frühjahr möglich. Ab Mitte März kann, nachdem die Jungpflanzen abgehärtet wurden, ins Freiland gepflanzt werden. Wenn Vlies zur Temperaturerhöhung und/oder gegen Erdflöhe eingesetzt wird, sollte darunter auf Schneckenschäden geachtet werden. Regelmäßiges Hacken oder Auflockern fördert die Entwicklung.
Besonders durch die geringe Größe eignen sich Frühkohlrabi auch für den Anbau im Hochbeet oder im Topf, auf dem Balkon bzw. der Terrasse.
Kohlrabi ernten und lagern
Sorten mit kurzer Entwicklungsdauer sind bei guten Bedingungen schon acht Wochen nach der Pflanzung erntereif. Für die Winterlagerung geeignete Sorten werden im späten Herbst geerntet. Dazu werden die Pflanzen ausgegraben und in geschützter Umgebung eingeschlagen oder in Töpfen wintergeschützt kühl gelagert, wie z.B. im Keller oder in der Erdmiete. Kohlrabis lassen sich bis März lagern.
Kohlrabi verarbeiten und verwenden
Kohlrabi kann auf viele verschiedene Weisen verarbeitet und verwendet werden – zunächst geschält (bei Frühkohlrabi kann die obere Hälfte der Schale zusammen mit den jungen Blättern auch an der Knolle bleiben), dann in Scheiben, Streifen oder Stücken geschnitten, geraspelt oder gehobelt; mit passenden Geräten können sogar Nudeln daraus gemacht werden.
Kohlrabi kann gekocht, gebraten, gedünstet, geschmort, überbacken oder einfach roh gegessen werden. Die klassische Mehlschwitze mit Butter, Milch und Muskatnuss ist eine beliebte Soße zum Anrichten.
Kohlrabi wird aber auch gerne als Bestandteil in Gemüsepfannen und Gemüsesuppen verwendet oder paniert als vegetarisches Schnitzel.
Gefüllter Kohlrabi ist eine weitere interessante Verwendung.
Möglichkeiten der Haltbarmachung sind Einfrieren, Einkochen oder Fermentieren wie beim Sauerkraut.
Neben der Knolle kann auch das Laub des Kohlrabi roh oder gegart in der Küche verwendet werden.
Wissenswertes
Kohlrabi wird seit dem 16. Jahrhundert schriftlich erwähnt. Er wurde aus dem Markstammkohl bzw. dem Strunkkohl entwickelt. Andere Namen sind Kohlrübe und Rübkohl – der Name Kohlrabi jedoch ist leicht abgewandelt auch in anderen Ländern verbreitet.
Intessanterweise befinden sich im Laub des Kohlrabis verhältnismäßig mehr Vitamine und Mineralien als in der Knolle.
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