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Bio-Saatgut

Anbautipps für Gründünger (allgemein)

Der Begriff Gründünger ist etwas irreführend, denn es geht beim Anbau nicht in erster Linie um einen Düngungseffekt. Am ehesten spielt ein solcher bei den Gründüngungsleguminosen eine Rolle, deren Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft fixieren und somit dem Boden zuführen. Bei allen Gründüngungspflanzen geht es aber in erster Linie darum, den Boden vor Austrocknung zu bewahren, durch die „Schattengare“ das Bodenleben zu fördern und zum Humusaufbau beizutragen.

Ein wichtiger Effekt von überwinternder Gründüngung ist darüber hinaus, Nährstoffe vor einer Auswaschung ins Grundwasser zu schützen und für die Folgekultur zu erhalten. Bei einigen tiefwurzelnden Pflanzen, die auch Nährstoffen aus tieferen Schichten nach oben holen, geht es auch darum, den Boden tiefgründig zu lockern, z. B. nach verdichtenden Baumaßnahmen. Der Düngungseffekt ist aber vor allem ein indirekter: über die Bodenverbesserung.

Gründüngungspflanzen, die zur Blüte kommen, nützen auch der Insektenwelt, was natürlich besonders für die spezielle Bienenweide-Mischung gilt.

Gründünger (allgemein) anbauen

Gründünger lassen sich überall anbauen. Gerade unter schwierigen Bedingungen, sowohl auf leichten Sandböden als auch auf schweren Tonböden, kommen ihre Vorteile besonders zum Tragen.

Beachtung verdient die Fruchtfolge. Einige von uns angebotene Gründünger, wie Buchweizen, Quirlmalve und Getreide, sind fruchtfolgeneutral, da im Garten meist keine oder nur wenige Pflanzen aus der gleichen Familie angebaut werden. Sie lassen sich jederzeit in die Fruchtfolge eingliedern. Anders die Leguminosen, wie Kleearten; zwischen diesen (Feinleguminosen) und Bohnen, Erbsen und Linsen (Grobleguminosen) sollte mindestens ein Jahr Anbaupause liegen, innerhalb der Fein- oder Grobleguminosen sollte die Anbaupause möglichst drei bis vier Jahre betragen.

Vergleichbar bei Gründüngern aus der Familie der Kreuzblütler: Zu Kohl, Rettich, Asiasalaten usw. sollten es mindestens drei Jahre sein. Dies gilt für Kulturen, die einen ganzen Sommer hindurch wachsen.

Auf eine schnelle Senfgründüngung, die nur wenige Wochen das Beet bedeckt, oder auf die schnellwüchsigen Radieschen kann schon im übernächsten oder sogar im nächsten Jahr wieder eine (kurze) Kultur aus der Familie der Kreuzblütler folgen. Ähnliches gilt auch, wenn die Beete mit Mischkulturen bestellt wurden, oder wenn nach dem Prinzip der Permakultur gegärtnert wird. (Ausnahme: wenn die berüchtigte Wurzelkrankheit Kohlhernie aufgetreten ist, haben Kreuzblütler sieben Jahre lang nichts im Garten zu suchen.)

Auch wenn es verrückt klingt: Manchmal ist es sinnvoll, die Gründüngung selbst z. B. mit Kompost zu düngen, etwa auf sehr mageren Standorten oder in „erschöpft“ wirkenden Gärten. Dann wachsen die Gründüngungspflanzen schneller und üppiger, und der Dünger kommt der Folgekultur in lebend verbauter Form zugute.

Gründünger (allgemein) aussäen und anziehen

Gründünger werden in den jeweils angegebenen Zeiträumen und auf Beete der angegebenen Größe gleichmäßig breitwürfig ausgestreut und flächig eingeharkt. Nur im Notfall, bei sehr großer Trockenheit, wird die Saat angegossen, damit die Samen aufgehen können. Besser ist es dann, das Beet einige Tage vorher gründlich zu wässern, ganz flach zu hacken, um Verdunstung und Verkrustung zu verhindern, und dann wie beschrieben zu säen.

Eine Pflege sollte nicht nötig sein, da Beikräuter in der Regel von der Gründüngung unterdrückt werden. Falls das zu Anfang noch nicht gelingt, kann einmal gejätet werden, um der Gründüngung einen Vorsprung zu geben.

Die Standzeit der Gründüngung kann je nach Zweck und Anbauplan sehr verschieden sein: Von wenigen Wochen mit schnellwachsenden Pflanzen wie Senf oder Buchweizen, die dann nur 10 cm hoch werden, bis zu einem Jahr oder länger.

Gründünger (allgemein) ernten und lagern

In der Regel werden Gründüngungspflanzen nicht geerntet, sondern in den Boden eingearbeitet. In bestimmten Situationen kann eine Ernte aber sinnvoll sein, etwa wenn die Gründüngung sehr hoch geworden ist, und das Beet schnell wieder bepflanzt werden soll.

Wird der Aufwuchs geerntet, sorgen die zurückbleibenden Wurzelreste noch für einen Gründüngungseffekt.

Die Grünmasse kann als nährstoffreiches Mulchmaterial dienen („cut and carry“) oder dem Kompost zugute kommen.

Gründünger (allgemein) verarbeiten und verwenden

Wenn eine Gründüngung nicht schon sehr jung eingearbeitet wird oder die Gründüngungspflanzen über Winter abfrieren und ihre Reste bis zum Frühjahr mürbe geworden sind, ist es ratsam, den oberirdischen Aufwuchs vor dem Einarbeiten zu zerkleinern, z. B. mit einem Rasenmäher oder bei kräftigen Pflanzen wie der Quirlmalve mit dem Gartenhäcksler.
Das zerkleinerte Grüngut sollte vor der Einarbeitung möglichst etwas anwelken. Eine Ausnahme davon bilden Senf und Ölrettich, wenn diese zur Reduzierung bodenbürtiger Pflanzenkrankheiten genutzt werden sollen (Biofumigation). Dann wird ihre Grünmasse, die möglichst hoch sein sollte, unmittelbar nach dem Zerkleinern in den Boden eingearbeitet, wo ihre Senföle zur Wirkung kommen.

Bei Pflanzen wie Klee oder Getreide, die einen starken Wurzelteppich bilden, kann es sinnvoll sein, diesen nach dem Zerkleinern des Aufwuchses mit der Grabegabel oder ähnlichem Werkzeug aufzubrechen und erst nach einem mehrtägigen bis -wöchigen Anrotten zusammen mit dem zerkleinerten Aufwuchs einzuarbeiten.

Das Einarbeiten kann mit dem Spaten, der Grabegabel (wendend oder nicht wendend), der Hand-, oder Motorhacke geschehen. Je nachdem welche Form der Bodenbearbeitung auch sonst im Garten durchgeführt wird. Eine nicht wendende, eher mischende Einarbeitung ist meistens zu bevorzugen. Falls doch wendend gearbeitet wird, ist darauf zu achten, dass grüne Pflanzenreste nicht zu tief eingearbeitet werden, was zu Fäulnis und Bodenversauerung führen könnte.

Schließlich kann in vielen Situationen auf die Einarbeitung verzichtet und die Gründüngung als Mulch liegengelassen werden, in den dann direkt hineingepflanzt wird. Wenn der Mulch dauerhaft den Boden schützen und Beikraut unterdrücken soll, muss er allerdings mindestens 10 cm dick sein oder laufend ergänzt werden. Alternativ kann bei einer dünnen Mulchschicht abgewartet werden, bis diese größtenteils von Rergenwürmern eingearbeitet wurde, um dann zu hacken und ohne Mulch weiter zu kultivieren. Immer ist bei Mulchwirtschaft besonders auf Schnecken und Wühlmäuse zu achten.

Wissenswertes

Wird eine alt und trocken gewordene Gründüngung eingearbeitet, entzieht das Bodenleben dem Boden Stickstoff, um die holzige Substanz (Lignin) abbauen zu können. Unmittelbar nachfolgende Kulturen kommen wegen dieser vorübergehenden Stickstofffestlegung schlecht in Gang. Dann ist es ratsam, zur Einarbeitung des strohigen Aufwuchses eine zusätzliche Düngung zu geben, oder diesen zusammen mit frischerem Material zu kompostieren.

Nicht nur der Boden ernährt die Pflanzen, auch die Pflanzen ernähren den Boden. Gründüngungspflanzen machen wie alle grünen Pflanzen mit Hilfe der Energie des Sonnenlichts aus dem CO2 der Luft und Wasser Kohlenhydrate. Einen Teil davon scheiden sie über die Wurzeln in den Boden aus; zum Teil als organische Säuren und andere Stoffe, mit denen sie mineralische Nährstoffe im Boden mobilisieren, zum Teil als Kohlenhydrate, die der Energieversorgung des Bodenlebens dienen. Gründüngung lässt sich daher mehr als Bodendüngung statt als Pflanzendüngung begreifen. Je länger ein Boden bewachsen ist, desto mehr profitiert er davon. Aber auch Gründüngungspflanzen, die schon nach kurzer Standzeit „geerntet“ oder in den Boden eingearbeitet werden, haben durch ihre Wurzeln (und bei Einarbeitung auch ihre Blattmasse) einen positiven Effekt auf den Boden.

Gründüngung muss nicht immer gezielt ausgesät werden – z. B. können nach einem zur Körnergewinnung angebauten Buchweizen die ausgefallenen Samen keimen und einen zweiten Aufwuchs ergeben, der dann als Gründüngung dient. Auch die „spontane Selbstbegrünung“ des Bodens ist eine Gründüngung. Ob diese vor der Blüte eingearbeitet wird, um ein Aussamen zu verhindern, oder letzteres bewusst in Kauf genommen wird als bodeneigenes Grünpotenzial für die Zukunft, hängt vom jeweiligen Gartenkonzept ab. In jedem Fall sollte aber darauf geachtet werden, dass sich in der Gründüngung keine Wurzelkräuter wie Quecke, Ackerwinde oder kriechender Hahnenfuß etablieren, denn diese sind z. T. schwer wieder wegzubekommen.

Diese Tabelle gibt einen Überblick über die Einsatzmöglichkeiten verschiedener Gründünger im Hausgarten.

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(Jan. bis Okt. Mittwoch 18-20 Uhr)