Beschreibung
Durch die über Kreuz stehenden Blätter an ihrem fleischigen Stiel bringt die ganzjährig belaubte, zweijährige Kreuzwolfsmilch einen besonderen Blickfang in jede Gartenanlage.
Aussaat, Anzucht und Anbau
Die Saat der Kreuzwolfsmilch keimt in der Voranzucht bei Temperaturen über 22° C und gut durchfeuchteter Erde am besten. Die Keimlinge erinnern sehr an Sojasprossen. Ab Mai können die Pflänzchen in Dauerkulturstreifen gepflanzt werden. Die Blüte und die Saatgutbildung setzt erst im zweiten Jahr ein. Dann summt es von dem intensiven Bienenbesuch um die unscheinbaren gelben Blüten.
Durch die Sommerhitze trocknen die Spaltkapseln, in denen sich die großen, schön gemusterten Samen in drei Fächern befinden, aus. Mit einem knackenden Geräusch werden sie mehrere Meter fort geschleudert (Explosionskapsel).
Ernte und Lagerung
Um die Samen aufzufangen, kann der obere Teil der Pflanze abgeschnitten werden, sobald die unteren ersten zwei Ebenen in den Verzweigungspunkten ihre Samen fort geschleudert haben.
Achtung, der beim Anschneiden austretende Milchsaft wirkt ätzend und sollte nicht auf die Haut gelangen. Handschuhe und lange Ärmel sind ein guter Schutz. Dann werden die abgeschnittenen Zweige locker im heißen Gewächshaus in Bettbezügen aufgehängt. Hier „dreschen“ sich die Samen nach und nach bei der Hitze mit dem typischen Knackgeräusch selber aus.
Verarbeitung und Verwendung
In den Bauerngärten steht die Kreuzwolfsmilch oft in den Kulturen, um Wühlmäuse aus den Beeten zu vertreiben. Ihre giftigen und ätzenden Milchsaftausscheidungen sollen sie fern halten.
Wissenswertes
Der hautreizende Milchsaft der Kreuzwolfsmilch soll früher angeblich gegen Sommersprossen benutzt worden sein. Die Blüten sind ein Bienenmagnet.
An den Samen befindet sich ein kleines, nährstoffreiches Ölkörperchen (Elaiosom). Ameisen haben es darauf abgesehen und transportieren den Kreuzwolfsmilchsamen in ihr Nest. Dort werden die nährstoffhaltigen Teile abgetrennt, der Samen ist als Nahrungsquelle für die Ameisen uninteressant und wird wieder raus gebracht. Dort keimt er dann im nächsten Jahr, wenn es warm genug ist. Arten, die Ameisen zur Verbreitung „nutzen“, nennt man wissenschaftlich Myrmekochoren.
Anbaudaten
| Voranzucht: | März |
|---|---|
| Pflanzabstand: | 30x30 |
| Direktsaat: | Anfang August |
| Saattiefe: | ca. 1-2 cm |
| Inhalt reicht für: | ca. 30 Pfl. |
