Keimtestanleitung: Samen sind in einem Ruhezustand schlummernde Pflanzen!
Bei kühler und trockener Lagerung bleibt Saatgut je nach Art mehrere Jahre keimfähig. Zwar können wir für unser Saatgut kein Mindesthaltbarkeitsdatum angeben, da Samen lebendige Pflanzen sind, die in einer Art Ruhezustand schlummern. Doch unser gesamtes Sortiment wird jeden Herbst auf Keimfähigkeit geprüft; die Ergebnisse der letzten Keimtestprüfung stehen beim Kauf unseres Saatguts auf der Rechnung.
Haben Sie noch älteres Saatgut zuhause vorrätig, können Sie recht einfach selbst eine Keimprobe ansetzen.
Benötigtes Material:
- Petrischälchen oder alternativ Schraubgläser
- Toilettenpapier oder Küchenrolle
- Wasser
Kleine Anleitung:
- Das Papier wird ca. dreilagig auf den Boden des Glases oder der Petrischale gelegt und mit Wasser befeuchtet. So, dass es gut feucht ist, aber kein Wasser im Glas stehen bleibt.
- Dann werden ein paar Samen auf das feuchte Papier gestreut. Wie viele Samen Sie nehmen, können Sie abhängig davon entscheiden, wie viel noch im Tütchen ist und ob Sie 5, 10 oder 20 Samen entbehren wollen.
- Nun wird der Deckel oben aufs Glas gelegt. Wichtig ist hierbei, diesen nicht zuzuschrauben, um Schimmel zu vermeiden. Aber den Deckel auch nicht weglassen, sonst trocknet der Keimtest zu schnell aus.
Der beste Ort für den Keimtest
Wo Sie das Ganze hinstellen, hängt von der Art der Samen ab: Alles Fruchtgemüse (Tomaten, Paprika, Kürbisse, Gurken, Aubergine, Zucchini, Physalis usw.) mag es gern warm. Dann empfiehlt es sich, die Gläser in einem geheizten Raum oben auf einen Schrank zu stellen oder sogar direkt über einen Ofen, wenn die Möglichkeit besteht. Fensterbretter sind für diese Samen zu kalt! Andere Samen – wie Salate – brauchen es hingegen eher kühl. Und Lichtkeimer sollten nicht in der dunkelsten Ecke stehen.
Immer beachten: feucht, aber nicht nass!
Alle ein bis zwei Tage muss kontrolliert werden, ob noch genug Feuchtigkeit da ist. Bei Bedarf nachfeuchten, aber nicht ertränken! Es muss auch Sauerstoff an die Samen gelangen können. Bei großen Samen wie Bete, Sonnenblume oder Kürbis empfiehlt es sich, noch eine zweite feuchte Papierschicht über die Samen zu legen. Große Samen brauchen mehr Wasser zum Quellen, sonst sind sie nur von unten feucht und von oben trocken.
Nach ein bis zwei Wochen sind die meisten Samen gekeimt. Manche jedoch, wie z.B. die Samen von Physalis, brauchen länger.
Bohnen und Erbsen sind ein Sonderfall
Für diese Samen ist kein Papier notwendig. Sie werden einfach in ein mit Wasser befülltes Glas gelegt, in dem sie 8 bis 12 Stunden quellen. Dann wird das Wasser abgegossen und von da an werden die Samen ca. zweimal am Tag durchgespült (so, als wollten Sie Sprossen zum Essen keimen lassen). Nach spätestens einer Woche sollten die Bohnen und Erbsen gekeimt haben.
Es gibt noch mehr Sonderfälle wie z.B. Frostkeimer oder frisches Saatgut, aber die kann ich hier nicht alle aufzählen. Für die gängigsten Sorten funktioniert es so wie oben beschrieben.
Wenn Sie unsicher sind oder Fragen zu unserem Saatgut haben, dann rufen Sie uns an.
Für spezielle Fragen zu unseren Sorten oder dem Keimtestverfahren ist auch unser Gartentelefon für Sie da.
Ihre Frage wurde nicht beantwortet oder Sie brauchen noch einen Rat?
Unser Gartentelefon hilft Ihnen gern weiter:
(Jan. bis Okt. Mittwoch 18-20 Uhr)
