Dreschflegel Bio-Saatgut

Pflanzenportrait: Färberdistel (Autorin: Jutta Scheurenberg)

Herkunft und Geschichte

Färberdistel
Färberdistel

Die aus Ägypten stammende, aber auch in Ostindien heimische Pflanze, gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Saflor wurde schon bei den Ägyptern als beliebtes Färbemittel zum rosa bis kirschrot färben eingesetzt. Man konnte es auf Mumienbinden die etwa 2500 v. Chr. hergestellt wurden, nachweisen. Wegen der schlechten Lichtechtheit wurde er jedoch später wenig verwendet, da andere, bessere Färbepflanzen für den gelben Farbton zur Verfügung standen.

Heute wird dieser natürliche Farbstoff häufig zur Färbung von Lebensmitteln z.B. als Ersatz für Safran oder zum färben von Getränken genutzt. Außerdem erlangte die Distel, wegen ihres hochwertigen Öles, eine Bedeutung als Ölpflanze. Das Öl, welches aus den Samen der Pflanze hergestellt wird, besitzt einen hohen Anteil an Linolsäure, die für die menschliche Ernährung essentiell ist.

Früher wurde die Distel auch als Arzneipflanze gegen Gelb- und Wassersucht, sowie Heiserkeit und Lungenentzündungen genutzt


Botanik und Inhaltsstoffe

Saflor ist eine einjährige, aufrecht wachsende, distelartige Pflanze mit einer tiefen Pfahlwurzel, einem kräftigen Stamm und steifen, stachligen gezähnten Blätter. Die Blüten sind anfangs von gelboranger Farbe, später grellrot. Die Pflanze wird zwischen 60cm und 130cm hoch.

Die Keimung setzt ab 5°C ein, optimal sind 16°C. Während der Saflor im Jugendstadium Frost bis -10°C verträgt, müssen Blüte und Samenreife aber frostfrei sein. Der rot färbende Farbstoff ist Carthamin


Anbau und Standort

Der Anbau sollte Ende März bis Anfang April erfolgen. Saflor bevorzugt tiefgründige Böden mit einer neutralen Bodenreaktion, aber es können auch auf sandigen Böden ausreichende Erträge erzielt werden. Die Saattiefe sollte ca. 3cm sein. Auf trockenen Sandböden kann man, um Vogelfraß zu vermeiden, auch 4- 6cm tief säen. In der Keimphase ist auf genügende Wasserversorgung zu achten. Die Pflanze gedeiht am besten in sonnigen Lagen.

Es bestehen keine besonderen Ansprüche an die Vorfrucht, wegen erhöhter Krankheitsgefahr sollte der Saflor jedoch nicht nach sich selbst stehen. Blütezeit ist von Juli bis September.

Die Ernte erfolgt Ende August bis Anfang September, wenn die Blätter braun verfärbt und trocken sind und man nur noch wenige grüne Blütenköpfe an der Pflanze findet. Die Blütenköpfe lassen sich dann leicht zwischen den Fingern verreiben, die Blütenblätter sind zu diesem Zeitpunkt kräftig rot. Nach dem Pflücken, sollten die Blüten rasch bei Temperaturen von 50- 60°C getrocknet werden.


Verarbeitung der Pflanze (rot färben)

Getrocknete Blätter der Färberdistel
Getrocknete Blätter der Färberdistel

Um mit den Saflorblüten rot zu färben, muss zuerst der gelbe Farbstoff aus der Pflanze ausgewaschen werden. Dazu legt man die Färberdistelblüten über Nacht in eine Schale mit kaltem Wasser ein.

Danach werden die Blüten solange ausgepresst und wieder gewaschen, bis das Wasser nur noch eine blassgelbe Farbe hat. Die Farbe der Blütenblätter ist nun rot.

Um den roten Farbstoff zu lösen, stellt man eine Lauge aus Pottasche her, die einen pH von 9- 10 haben sollte. Darin werden die Blütenblätter ungefähr 30 Minuten kräftig geknetet, bis sich der rote Farbstoff löst. Die Farblösung wird abgeseiht und der Vorgang noch zwei weitere Male wiederholt, der pH der Lauge wird durch weitere Zugabe von Pottasche auf 11 erhöht.

Das entstandene Farbbad wird nun, durch Zugabe von Essigessenz, auf eine pH von 7,5 gebracht. Das Färbegut wird angefeuchtet, in das kalte Färbebad gelegt und in diesem 3 Stunden vorsichtig bewegt. Nach und nach wird der pH durch weitere Zugabe von Essigessenz auf 6 abgesenkt. Anschließend wird das Färbegut ausgespült und ca. 15 Minuten in ein Beizbad mit Zitronensäure gelegt, um die Farbe zu festigen.

Zum Waschen der gefärbten Stücke sollte nur neutrales Waschmittel verwendet werden.


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