Dreschflegel Bio-Saatgut

Pflanzenportrait: Kümmel - Kümmich (Autorin: Jutta Scheurenberg)

Herkunft und Geschichte

Die Heil- und Gewürzpflanze ist in Nord- und Mitteleuropa verbreitet und kommt zum Teil auch verwildert vor. Sie ist außerdem in Sibirien, im Kaukasus, Himalaja, in Nordafrika, Nordamerika und Neuseeland anzutreffen.

Eine Nutzung des Kümmels als Gewürz und Mittel in der Heilkunde erfolgt nachweislich seit dem frühen Mittelalter.


Botanik und Inhaltsstoffe

Kümmel
Kümmel in Blüte

Die zweijährige Pflanze gehört zur Familie der Doldengewächse (Apiaceae). Im ersten Jahr entwickelt der Kümmel nur eine Blattrosette. Um im darauf folgenden Jahr Stängel zu bilden muss sich die Pflanze im ersten Jahr ausreichend entwickelt haben. Das ist der Fall, wenn der Wurzelhals einen Durchmesser von 7 mm hat.

Kümmel wird bis zu 1,20m hoch. Die Stängel sind kantig gerieft und nur mit wenigen gefiederten Blättern versehen. Auch die Dolden werden im zweiten Jahr gebildet. Die zahlreichen, kleinen Blüten sind weiß.

Als wichtigster Wirkstoff ist das ätherische Öl zu nennen, welches aus Limonen, Carveol, Dihydrocarvon und Carvon besteht. Kümmel enthält aber auch fettes Öl. Kohlenhydrate, Eiweiß und geringe Mengen Gerbstoff, Flavonoide und Harz.


Anbau und Standort

Kümmel gilt als relativ anspruchslos, gedeiht aber auf tiefgründigen, kalkhaltigen, lehmigen Böden, welche mit Humus versorgt sind, am besten. Der Boden sollte nicht zum Austrocknen neigen, beim Schossen und während der Blüte sollte der Boden mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt sein. Feuchtes Seeklima begünstigt die große Fruchtbildung.

Gesät werden kann der Kümmel von März bis Mai. Da er ein Lichtkeimer ist, darf man die Samen nur leicht mit Erde bedecken. Die Keimdauer beträgt 2- 3 Wochen.

Kümmel ist unempfindlich gegen Winterfrost und kann auch in höheren Lagen angebaut werden. Weil bei Reinsaat im ersten Jahr kein Ertrag anfällt, wird der Kümmel häufig als Untersaat von Gerste, Bohnen oder Erbsen angebaut. Ist die Deckfrucht geerntet, muss das Stroh entfernt werden um dem Kümmel Licht zu geben. Eine Beikrautregulierung bietet sich zu diesem Zeitpunkt an. Die Kümmelkultur kann mehrere Jahre genutzt werden, der Ertrag vermindert sich aber ab dem dritten Jahr stark. Der Bestand wird dann lichter und verunkrautet leicht.

Kümmel reift je nach Lage zwischen Ende Juni und Anfang Juli. Man beginnt mit der Ernte, sobald die Samen sich braun färben und beginnen auszuhärten. Da die Früchte leicht ausfallen, sollte er am Morgen, oder bei trübem Wetter, geschnitten werden. Man bündelt das Kraut und hängt es zum Trocknen und Nachreifen an einem luftigen Ort auf.

Die gedroschenen und gereinigten Samen sollten noch einige Zeit an einem trockenen, luftigen Ort in dünner Schicht gelagert werden. Da sie leicht schimmeln, empfiehlt es sich sie mehrmals umzuhäufeln.


Verwendung

Der Kümmel wird hauptsächlich als Gewürz verwendet, von Kohl-, Käse- und Fleischgerichten ist er kaum weg zu denken. Der Geschmack der Körner ist leicht scharf und herb würzig, der Geruch sehr aromatisch.

In der Heilkunde findet der Kümmel seine Anwendung bei Beschwerden wie Völlegefühl, Blähungen und leichten krampfartigen Magen- Darm- Störungen, sowie bei nervösen Herz- und Magenbeschwerden und Verdauungsbeschwerden bei Säuglingen.


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