Dreschflegel Bio-Saatgut

Pflanzenportrait: Zuckermelonen (Autor: Ludwig Watschong)

Erfrischende Köstlichkeit

In heißen Sommern wie 2003 werden Melonen zu erfrischenden Köstlichkeiten. Kaum jemand glaubt jedoch, dass es Sorten gibt, die wir auch in unseren Gärten ziehen können. Hier nun einiges Wissenswertes zu der noch recht unbekannten Pflanzenart.


Herkunft

Zuckermelone
Zuckermelone

Zuckermelonen (Cucumis melo ) sind ebenso wie Wassermelonen (Citrullus lanatus) verwandt mit Gurken und Kürbissen. Der Ursprung der Nutzung wird ca. 4.000 v. Chr. in Westafrika und Asien vermutet.

Bei Ausgrabungen in hiesigen Römerlagern fand man Samen von Melonen, man geht jedoch davon aus, dass sie damals aus Italien importiert wurden. Bei den Römern wurden Melonen sehr wertgeschätzt. Zur Zeit Diokletians (300 n. Chr.) wurde eine Zuckermelone mit 1-2 Denar gehandelt, 50 Möhren kosteten jedoch nur 0,10-0,50 Denar.

Erstmalig in unseren nördlichen Regionen erwähnt wurden sie bei dem Schweizer Mönch Walafried Strabo und im Capitulare de villis Karls des Großen.


Eigenschaften

Die Zuckermelonen gliedern sich in 3 Gruppen, die alle untereinander kreuzen. Es sind die Honig-, Netz- und Cantaloupmelonen.

Honigmelonen (C. melo var. inodorus): Die bei uns bekannteste Form ist die Kanarische. Sie hat eine glatte, nur leicht gefurchte, gelbe Haut und eine ovale Form. Das Fruchtfleisch ist weiß bis hellgrün. Aber es gibt auch andere Honigmelonensorten, die eher rundlich sind, eine glatte, hellgrüne Rinde besitzen und weiß-grünlich oder leicht gelbliches, süßes Fruchtfleisch bieten. Letztere können ein Gewicht bis zu 4 kg erreichen und gehören damit zu den schwersten Zuckermelonen.

Netzmelonen (C. melo var. reticulatus): Diese erobern in letzter Zeit verstärkt unsere Gemüseläden. Man erkennt sie an der mehr oder weniger starken, korkigen Netzstruktur auf der Rinde. Sie sind in der Regel oval und werden bei Reife gelb. Sie duften von allen Melonenarten am stärksten. Ihr Fruchtfleisch ist orange und sehr süß. Auch hier gibt es noch andere Sorten, eine davon ist die Galiamelone, die immer rund ist, bis zu 2 kg schwer wird und weißes Fruchtfleisch hat.

Cantaloupmelonen (C. melo var. cantalupensis): Diese Gruppe der immer runden Melonen zählt zu den kleinsten Zuckermelonen. Die Charentais-Sorten gelten als die beliebtesten, da ihr oranges, süßes Fruchtfleisch ein kräftiges Aroma besitzt, das an Ananas und Papaya erinnert. Ihr Erkennungsmerkmal sind die dunkleren, vertieften Längsstreifen, die die grüne bis hellgelbe, glatte Rinde durchziehen. Auch sie duften stark. Da die Rinde hin und wieder warzig verhornte Stellen aufweist, wird sie auch mitunter als Warzenmelone bezeichnet. Zu dieser Gruppe gehören auch die sogenannten Ogenmelonen, die weniger gerippt sind und durch ein fruchtig-säuerliches Aroma auffallen.


Züchtung

Ludwig Watschong und Quirin Wember arbeiten seit einigen Jahren mit verschiedenen Sorten und Kreuzungen. Es stellte sich heraus, dass es in jeder Gruppe Sorten gibt, die auch in unserem Klima angebaut werden können. Diese bieten wir bei Dreschflegel an.

Aber wir kreuzen auch verschiedene Sorten miteinander, um eine größere Vielzahl an Formen zu erhalten, die wir dann unter hiesigen Klima- und Bodenbedingungen zu neuen, angepassten Sorten selektieren. Wichtig sind hier eine kurze Vegetationszeit sowie eine Toleranz gegenüber tiefen Temperaturen. Ausgeprägtes Aroma und Süße dürfen dabei nicht vernachlässigt werden.


Anbau

Dennoch ist es auch beim Anbau angepasster Sorten wichtig, darauf zu achten, dass die Pflanzen in ihrer Hauptentwicklungszeit Temperaturen um mindestens 20 °C haben. Juli und August sind in unseren Breiten in der Regel ausreichend warm. Da die Vegetationszeit aber länger dauert, muss man sie schon Anfang Mai aussäen.

Die Aussaat findet in Töpfen statt, worin die Pflänzchen dann im Haus auf dem Fensterbrett, oder im Gewächshaus vier Wochen wachsen können. Der Haupttrieb wird nach dem vierten Blatt entfernt, um die Nebentriebe mit den weiblichen Blüten zu fördern.

Anfang Juni können die Pflanzen dann ins Freie gepflanzt werden. Sollte es zu dieser Zeit noch zu kühl sein, empfielt es sich, sie in einen Frühbeetkasten oder in einen Folientunnel zu setzen. Melonen brauchen eine starke Gabe Kompost sowie vor allem während der Fruchtbildung ausreichend Wasser. Gut geeignet sind auch 2 Jahre alte Hügelbeete.


Inhaltsstoffe und Verwendung

An gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen finden wir in Melonen Kalium, viel Vitamin C und Vitamin A, vor allem in den orangen Sorten, sowie Vitamin E und Eisen.

Gegessen werden sie gekühlt pur, geschnitten im Obstsalat oder auch pikant als Antipasti mit geräuchertem Schinken. Man kann sie pürieren und mit etwas Portwein und Minze trinken. Oder sie werden mit etwas Olivenöl, Salz, ein wenig Essig und Knoblauch püriert und dann mit Mandelmehl und Semmelbröseln gemischt als Vorspeise gereicht. Oft werden sie auch in Geflügel- oder Krabbensalaten verwendet.


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