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Pflanzenportrait: Zichorie - Winterendivie - Chicoree

Herkunft

Kultivierte Zichorien gehören zwei verschiedenen Arten derselben Gattung an: Cichorium intybus L. und Cichorium endivia L. Sie sind eng miteinander verwandt.

Kulturformen von Cichorium intybus gehen aus der bei uns als Wegbeikraut weit verbreiteten Wildform, der Wegwarte, hervor. Aus der Wurzelzichorie ging etwa in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Sorte "Witloof" (Weißlaub) hervor, aus der man bis heute den Chicorée treibt.

Endivie Escariol
Endivie Escariol

Im Mittelmeerraum, besonders in Italien, existieren zahlreiche Sorten, die beim Treiben keine geschlossenen Triebe hervorbringen, aber als Wintersalate genutzt werden können. Hierzu zählen grüne, wie auch rotblättrige Formen, wie der Radicchio.

Die Abstammung von Cichorium endivia ist nicht eindeutig geklärt. Beteiligt ist jedoch C. pumilium L., das in den Mittelmeerländern beheimatet ist. C. endivia kam über die Klostergärten nach Deutschland und bringt zwei Varietäten hervor, die sich in den Blattformen "breitblättriger Eskariol" und "krausblättrige Endivien" unterscheiden.


Inhaltsstoffe und Verwendung

Die Blätter beider Arten enthalten Intybin, das den Salaten, wie den Trieben einen bitteren Geschmack verleiht. Der Bitterstoff ist für den deutschen Gaumen gewöhnungsbedürftig. Intybin regt den Speichelfluss und die Magensekretion an und wirkt galle- und harntreibend. Endivien werden als Wintersalate genutzt.

Manchen Sorten wurden dicke Wurzeln angezüchtet, aus denen man durch Rösten Kaffee-Ersatz herstellen kann. Dies ist seit dem 17. Jahrhundert bekannt, hat aber nur in Notzeiten Tradition und wird deshalb bei uns kaum noch praktiziert.


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