Dreschflegel Bio-Saatgut

Exotische Fruchtgemüse im Garten

Erfahrungen aus der Praxis

Die aus den Tropen oder Subtropen stammenden exotischen Gemüsepflanzen lieben die Wärme und das Licht. In Gegenden mit Weinbau reicht ein sonniges Plätzchen, ansonsten ist eine Stelle vor einer sonnigen, geschützten Hauswand, ein Gewächshaus, ein heller Wintergarten oder der Frühbeetkasten nötig.


Aussaat

Das Auspflanzen kann erst nach den Eisheiligen ab Mitte Mai erfolgen. Eine rechtzeitige Jungpflanzenanzucht mit abschließendem Abhärten verschafft den Pflanzen den nötigen Wachstumsvorsprung.

Die Aussaaten sollten bei Temperaturen zwischen 20 und 35 °C aufgestellt werden. Dabei ist besonders in der Nähe von Heizungen darauf zu achten, dass sie nicht austrocknen oder bei Temperaturen über 40 °C verbrennen.


Pikieren

Sobald die ersten Samen keimen, können sie bei Sonnenschein auf die warme Fensterbank gestellt werden, damit sie nicht vergeilen. Wenn die Keimblätter kräftig entwickelt sind, müssen die Sämlinge einzeln in Töpfe pikiert werden. Es reichen Gefäße mit einem Durchmesser von 10 bis 12 cm. Sowohl die Erde als auch das Gießwasser sind stets auf Raumtemperatur anzuwärmen, um einen Kälteschock zu vermeiden.

Bei Okra, Habaneros und Andenbeere kann man zu kalte Temperaturen in der Anzuchtphase gut erkennen, die Blätter verfärben sich hauptsächlich zwischen den Adern gelb bis violett, was auf eine eingeschränkte Nährstoffaufnahme zurückzuführen ist. Bei wärmerem Wetter oder Anheben der Temperatur verschwinden diese Erscheinungen wieder.


Auspflanzen

Etwa zwei, spätestens eine Woche vor dem Auspflanzen sind die Pflanzen schrittweise an die späteren Bedingungen im Freiland zu gewöhnen. Tagsüber stellt man sie immer länger ins Freie oder lüftet, bis die Außentemperatur erreicht ist. Aufpassen muss man stets bei kalten Winden, diese werden meistens - auch nach dem Anwachsen - nicht gut vertragen.

Gepflanzt wird, wenn der Boden sich erwärmt hat und keine Fröste mehr zu erwarten sind. Gerade in der Anfangsphase Mitte Mai bis Mitte Juni kann es noch ziemlich kühl sein, so dass je nach Region ein weiteres Schützen der Pflanzen von Vorteil ist. Grundsätzlich gilt: nur gut entwickelte Pflanzen mit ausreichendem Blattwerk können auch reichlich und große Früchte bilden.

Mit einigen Tricks lässt sich die Wärme der Sonne auch ohne Gewächshaus einfangen und speichern. Eine dunkle Bodenoberfläche erwärmt sich schneller und kann durch Auflegen von dunklem Mulchmaterial (Folie, Matten oder Kompost) geschaffen werden. Bis zum Blühen der Pflanzen kann ein Vlies oder eine Lochfolie über in die Erde gesteckte Drahtbügel ein wärmeres Kleinklima herstellen.

Generell sind windgeschützte Standorte zu bevorzugen sowie Senken und staunasse Böden zu meiden. Vorteilhaft sind reichliche Gaben an Kompost, da fast alle wärmeliebenden Exoten auch zu den Starkzehrern gehören.


Ananaskirsche / Süße Erdkirsche

Am einfachsten gelingt die aus Nordamerika stammende Ananaskirsche oder Süße Erdkirsche Physalis pruinosa. Sie bildet, ähnlich wie die nah verwandte Andenbeere, kirsch-große Früchte in ballonartigen, knistrigen Hüllen, die sich bei Reife gelbbraun verfärben.

Ananaskirsche
Ananaskirsche

Bei Voranzucht im März kann schon im Juni mit der ersten Ernte gerechnet werden. Wenn die Früchte durch Schütteln der Pflanzen auf den Boden fallen, ist der Zeitpunkt für das Naschen gekommen.

Die süßen Beeren schmecken nach Ananas und sind besonders bei Kindern sehr beliebt. Der Anbau kann im Freiland oder im großen Kübel erfolgen. Pflegearbeiten fallen fast keine an; lediglich im Halbschatten kann ein Stützen der dort groß werdenden Pflanzen sinnvoll sein. Oft sät sich die Ananaskirsche an Ort und Stelle aus, sodass im darauffolgenden Jahr mit einer weiteren Ernte gerechnet werden kann.


Andenbeere

Einen größeren Wärmebedarf hat die Andenbeere Physalis peruviana, auch Inkapflaume oder Kapstachelbeere genannt. Sie sollte schon Ende Februar bis Anfang März gesät werden, um eine rechtzeitige Ernte zu gewährleisten. Ihr Wachstum ist üppiger als das der Ananaskirsche. Wo sie zu üppig ins Kraut schießt, kann sie deshalb auch zwei- oder dreitriebig, z. B. an einem Zaun, erzogen werden.

Andenbeere
Andenbeere

Der beste Standort ist in praller Sonne ohne zusätzliche Düngung und Bewässerung. Dann verläuft das Wachstum zugunsten der Fruchtbildung. Hier ist frühestens im Juli mit ersten reifen Früchten zu rechnen. Der intensive Geschmack der Andenbeeren ist süßsäuerlich und exotisch. Vor dem ersten Nachtfrost sollten die letzten schon ziemlich reifen Physalis-Früchte hereingeholt werden, dann kann man noch wochenlang naschen.


Tomatillo
Tomatillo

Tomatillo

Eine relativ leicht zu kultivierende Sorte der Gattung Physalis ist die Tomatillo Physalis philadelphica. Sie kann zeitgleich mit den Tomaten ausgesät werden und wächst ebenso zügig heran wie diese. Besonders schön ist die Sorte Purple de Milpa mit violetten Früchten. Da diese auch in ungünstigen Lagen heranreift, kann sie gut als Ersatz für Auberginen verwendet werden, was ihr auch den Namen Bergaubergine eingebracht hat.


Aubergine

Die aus Asien stammende Aubergine Solanum melongena aus der Familie der Nachtschattengewächse: Bis heute entstand weltweit eine große, regionale Vielfalt an Formen, Farben und Verwendungstypen. Während die aus dem tropischen Asien stammenden Sorten bei uns nur im Gewächshaus gelingen, wurden in Europa einige Sorten gezüchtet, die auch bei uns gut gedeihen. Als Faustregel gilt: in kühleren Gebieten lieber die klein-früchtigen Sorten wie z. B. Blaukönigin anbauen, im Weinbauklima gedeihen auch großfrüchtigen Sorten wie die Violetta di Firenze. Der Anbau entspricht weitgehend dem der Paprikas.

Aubergine
Aubergine

Einige Sorten, vor allem die großfrüchtigen, benötigen zusätzliche Stützen, damit die Früchte nicht auf dem Boden liegen oder ganze Äste abbrechen. Entweder gibt man jeder Pflanze einen Pfahl, an dem man die herunterhängenden Seitentriebe anbindet, oder man stützt jeden schwachen Ast mit kleinen Stäben. Bei kleinfrüchtigen Sorten kann die Ernte bereits im Juni beginnen.

Um die optimale Reife zu erkennen, ist ein wenig Erfahrung nötig. Die Früchte sollten eine glänzende Oberfläche haben und nicht weich sein. Früchte, die matt sind oder einen Farbumschlag ins Grüne oder Gelbe aufweisen, sind schon überreif und haben meistens viele, fertig ausgebildete Samen.

An Schädlingen sind vor allem Kartoffelkäfer und Blattläuse am Werk. Blattläuse befinden sich meistens in den eingerollten Triebspitzen und können leicht von Hand herausbefördert werden. Kartoffelkäfer sollten sofort eingesammelt werden, ebenso deren Larven und die Eigelege auf den Blattunterseiten.


Kiwano

Sehr üppig wächst die eng mit der Gurke verwandte Kiwano Cucumis metuliferus. Die Pflanze stammt aus den Steppen des Kalahari-Gebietes im südlichen Afrika und ist mit Hitze und Trockenheit gut vertraut. Deshalb sollte sie den wärmsten Platz im Garten bekommen, dann fruchtet sie und trägt ab August die ersten dunkelgrünen, stark gezackten Früchte, die ab Mitte September ihre Endgröße erreichen.

Kiwano
Kiwano

Bei wenig vorhandenem Platz, und um die Sonne besser auszunutzen, ist der Anbau am Spalier oder Zaun zu empfehlen. Man kann sie aber auch einfach über den Boden wuchern lassen. In jedem Fall sind die Nachbarkulturen durch Einkürzen der Triebe zu schützen. Reif sind die Früchte, wenn sie sich von grün auf gelb verfärben.

In warmen Sommern kann das schon im Garten passieren. Sie lassen sich problemlos bis zu einem Jahr lagern und verfärben sich dann nach und nach. Gegessen wird die Frucht, indem man sie längs halbiert und das Fruchtfleisch mit den Samen auslöffelt. Der Geschmack ist eine Mischung aus Gurke, Banane und Limone. Am besten wird es mit Zitrone und Salz oder Zucker leicht gewürzt und roh aus der Schale gelöffelt.


Hörnchenkürbis

Ebenfalls ein Gurkengewächs ist der Hörnchenkürbis Cyclanthera pedata. Wenn die aus Südamerika stammende Cyclanthere im Sommer erst so richtig loslegt, ist eigentlich kein Halten mehr.

Hörnchenkürbis
Hörnchenkürbis

Sie überwuchert gerne die ihr zur Verfügung gestellten Rankhilfen und dankt lockeren und humosen Boden mit einer Vielzahl ihrer zunächst unscheinbaren Früchte. Diese sollten in jungem Zustand geerntet werden.

Der Geschmack der rohen, leuchtend grünen Früchte ist frisch und erinnert an Gurken. Wer den Aufwand nicht scheut und größere Mengen für eine warme Mahlzeit erntet, wird mit nach Spargel schmeckendem Gemüse bis zum ersten Frost belohnt. Also ein freilandgeeignetes, sehr dankbares und zudem wunderschönes (nicht nur Nasch-)Gemüse.


Wassermelone

Zu der Familie der Kürbisgewächse zählen auch die Wassermelone Citrullus lanatus und die Zuckermelone Cucumis melo mit ihren vielen Unterarten. Diese Kulturpflanzen werden schon lange in verschiedenen Regionen weltweit angebaut, was eine Vielfalt von Sorten hervorgebracht hat. Für den Anbau in hiesigen Breiten haben wir bei Dreschflegel die Sorten ausgewählt, die eine relativ sichere Ernte ermöglichen.

Wassermelone
Wassermelone

Wichtig ist bei allen Melonen, dass sie befruchtet werden. Bei trübem Wetter oder im Gewächshaus können die Pollen verkleben, dann kann es sinnvoll sein, von Hand mit einem Pinsel die Arbeit der Bienen zu erledigen. Überhaupt nicht vertragen wird Staunässe und kalter Boden. Darauf reagieren die Pflanzen mit Welkekrankheiten und dem Absterben der Wurzel. In Gegenden mit viel Regen ist beim Melonenanbau im Freiland somit kein Erfolg garantiert. Nur bei extremer Trockenheit ist es notwendig, die Pflanzen zu gießen. Die besondere Fähigkeit der Pflanzen besteht gerade darin, in ihren Früchten Wasser zu speichern.

Der einsetzende Herbst und damit oft verbunden die ersten Nebel und feuchtkalten Nächte bereiten den Pflanzen eigentlich immer ein Ende durch den Befall mit Echtem und Falschem Mehltau. Zu diesem Zeitpunkt sollten jedoch schon reichlich Früchte herangewachsen sein. Während Zuckermelonen begrenzt lagerfähig sind, können Wassermelonen noch wochenlang gelagert und verzehrt werden.


Zuckermelone
Zuckermelone

Zuckermelone

Spannend ist immer die Frage nach dem richtigen Erntezeitpunkt. Bei Zuckermelonen ist dies relativ einfach. Sie zeigen ihre Reife meistens durch ein Verfärben der Früchte an, durch das Verströmen ihres typischen Geruchs oder durch das beginnende Eintrocknen der Stängelbasis. Bei Wassermelonen ist es etwas schwieriger, denn die Früchte können schon vor dem Auftreten eindeutiger Reifesymptome gut gegessen werden. Überreife Früchte haben eine unangenehme, griesige Konsistenz, während zu früh geerntete lediglich nicht so süß sind und einen dickeren, grünen Rand haben. Das Beste ist, man testet einfach die größte Melone, i. d. R. nicht vor Mitte August, die man meistens schon länger im Auge hat.


Schlusswort

Zugegeben, der Anbau exotischer Früchte ist anspruchsvoll. Wer jedoch ein warmes Plätzchen hat, stabile Jungpflanzen anzieht und wem sich der Sommer nicht von der schlechtesten Seite zeigt, der kann eine Vielfalt seltener Gartenfrüchte aus dem eigenen Garten genießen.


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